Bohrmaschine mit automatischem Vorschub – wann lohnt sich der Aufpreis?

Bohrmaschine mit automatischem Vorschub – wann lohnt sich der Aufpreis?

Eine Bohrmaschine mit automatischem Vorschub kann Serienbohrungen effizienter machen, den Bediener entlasten und die Prozesswiederholbarkeit verbessern. Erfahren Sie, wann ein mechanischer Spindelvorschub gegenüber Handvorschub echte Vorteile bietet, welche Maschinenparameter entscheidend sind und wann sich die zusätzliche Investition tatsächlich rechnet.

Bohrmaschine mit automatischem Vorschub – wann lohnt sich der Aufpreis?

Eine Bohrmaschine mit Handvorschub eignet sich gut für Einzelbohrungen, Reparaturen, Prototypen und kleine Serien. Der Bediener steuert die Werkzeugzustellung direkt und kann schnell auf Änderungen von Werkstoff, Bohrerdurchmesser und Bearbeitung reagieren.

Bei intensiver Produktion und vielen ähnlichen Bohrungen kann die manuelle Spindelzustellung jedoch die Produktivität begrenzen und den Bediener stärker belasten. Dann ist eine Bohrmaschine mit automatischem Vorschub interessant, bei der der Arbeitshub der Spindel mechanisch mit einem eingestellten Vorschub erfolgt.

Automatischer Vorschub bedeutet keine vollautomatische Bearbeitung. Werkstückspannung, Werkzeugwahl, Drehzahl, Kühlung, Vorschub und Prozessüberwachung bleiben Aufgaben des Bedieners.

Wie funktioniert der automatische Vorschub?

Bei einer klassischen Bohrmaschine wird die Spindel mit einem Bedienhebel abgesenkt. Bei einer Maschine mit automatischem Vorschub erfolgt der Arbeitshub mechanisch entsprechend der gewählten Vorschubstufe.

Je nach Konstruktion stehen mehrere Vorschubwerte zur Verfügung. Diese können an Bohrerdurchmesser, Werkstoff, Bohrtiefe, Drehzahl und gewünschte Bearbeitungsqualität angepasst werden.

Bei Industriebohrmaschinen wird der Vorschub häufig in mm/U angegeben. Dadurch lässt er sich direkt mit der Spindeldrehzahl und dem Zerspanungsprozess verknüpfen.

Im CORMAK-Programm finden sich Säulenbohrmaschinen mit automatischem Vorschub sowie weitere Ausführungen für unterschiedliche Bearbeitungsaufgaben. Die Vorschubfunktion allein beschreibt jedoch nicht die gesamte Leistungsfähigkeit der Maschine.

Wann erhöht automatischer Vorschub die Produktivität?

Den größten Vorteil bietet der automatische Vorschub in der Serienfertigung. Bei Dutzenden oder Hunderten ähnlicher Bohrungen erleichtert eine wiederholbare Spindelbewegung den Ablauf und reduziert den Anteil der manuellen Zustellung.

Besonders sinnvoll ist die Funktion bei:

  • Serienbohrungen,
  • dickeren Stahlbauteilen,
  • größeren Bohrerdurchmessern,
  • tieferen Bohrungen,
  • intensiver Produktionsarbeit,
  • Prozessen mit wiederkehrenden Vorschubparametern.

Der automatische Vorschub verkürzt nicht zwangsläufig die reine Schnittzeit. Wenn Drehzahl und Vorschub identisch sind, kann die tatsächliche Bearbeitungszeit ähnlich bleiben. Der Vorteil liegt in der Wiederholbarkeit, Ergonomie und Arbeitsorganisation.

Eine echte Produktivitätssteigerung entsteht, wenn die automatische Zustellung in einen gut organisierten Gesamtprozess mit stabiler Werkstückspannung und reproduzierbarer Positionierung eingebunden ist.

Bessere Wiederholbarkeit beim Bohren

Bei Handvorschub hängt die Zustellgeschwindigkeit vom Bediener ab. Müdigkeit, Erfahrung und Werkstoffverhalten können den Ablauf beeinflussen.

Ein zu hoher Vorschub kann Werkzeug und Spindel überlasten. Ein zu geringer Vorschub kann unnötige Reibung, Erwärmung und längere Zykluszeiten verursachen.

Automatischer Vorschub hilft, einen gleichmäßigeren Vorschubwert zu halten. Sind die übrigen Parameter richtig gewählt, entstehen dadurch stabilere Bearbeitungsbedingungen.

Die Qualität hängt dennoch von Werkzeugzustand, Rundlauf, Werkstückspannung, Spanabfuhr, Kühlung und Material ab. Automatischer Vorschub ist ein Bestandteil eines stabilen Prozesses, nicht dessen einzige Voraussetzung.

Automatischer Vorschub bei großen Bohrdurchmessern

Mit zunehmendem Bohrerdurchmesser steigen in der Regel Drehmoment und Schnittkräfte. Beim Handbohren muss der Bediener über längere Zeit den Zustellhebel betätigen.

Automatischer Vorschub übernimmt diese Bewegung und führt das Werkzeug mit einem gewählten konstanten Wert. Besonders bei dickeren Werkstücken und langen Bohrzyklen kann dies vorteilhaft sein.

Die Funktion erhöht jedoch nicht automatisch die maximal mögliche Bohrgröße. Diese hängt auch von Motorleistung, Drehmoment, Säulensteifigkeit, Getriebe, Spindelkegel, Werkzeugaufnahme und Gesamtbauweise der Metallbohrmaschine ab.

Bei großen Durchmessern ist außerdem die richtige Drehzahl entscheidend. Zu hohe Drehzahl kann das Werkzeug überhitzen und den Verschleiß deutlich erhöhen.

Geringere Belastung des Bedieners

Bei Serienbohrungen kann ein Bediener über eine Schicht hinweg sehr viele gleichartige Hebelbewegungen ausführen. Der automatische Vorschub reduziert diese repetitive Tätigkeit.

Der Bediener bleibt dennoch für Werkstückspannung, Werkzeugkontrolle, sichere Spanentfernung, Kühlmittelüberwachung und Prozessbeobachtung verantwortlich. Die Maschine darf nicht unbeaufsichtigt betrieben werden.

Besonders in Kombination mit Vorrichtungen, Schraubstöcken oder Anschlägen kann der automatische Vorschub die ergonomische Organisation eines Serienarbeitsplatzes verbessern.

Über eine längere Schicht kann die geringere manuelle Belastung dazu beitragen, ein gleichmäßigeres Arbeitstempo zu halten.

Wann reicht Handvorschub aus?

Nicht jeder Betrieb benötigt automatischen Vorschub. Für Reparaturen, Prototypen, Einzelbohrungen und kleine Serien ist Handvorschub häufig vollkommen ausreichend.

Wenn Werkstoff, Bohrerdurchmesser und Bohrtiefe häufig wechseln, kann die direkte manuelle Kontrolle praktisch sein. Der Bediener passt die Zustellung unmittelbar an die Bearbeitungssituation an.

Bei seltenem Einsatz oder sehr kurzen Zyklen kann der zusätzliche Maschinenpreis wirtschaftlich nicht gerechtfertigt sein.

Vor dem Kauf sollte deshalb die tatsächliche Anzahl der täglichen Bohrungen und die Bedeutung der Bohrarbeit im Gesamtprozess untersucht werden.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Bei der Auswahl aus dem CORMAK-Programm für Metallbohrmaschinen sollte nicht nur auf den automatischen Vorschub geachtet werden.

Wichtig sind:

  • maximaler Bohrdurchmesser,
  • verfügbare automatische Vorschübe,
  • Spindelhub,
  • Spindelkegel,
  • Drehzahlbereich,
  • Motorleistung,
  • Säulendurchmesser und Steifigkeit,
  • Tischabmessungen und Belastbarkeit,
  • Abstände zwischen Spindel, Tisch und Grundplatte,
  • sichere Werkstückspannung.

Kühlsystem

Bei intensiver Bearbeitung kann ein Kühlsystem wichtig sein. Eine geeignete Kühlschmierstoffzufuhr hilft, Wärme abzuführen, Spantransport zu unterstützen und die Werkzeugstandzeit zu erhöhen.

Die Kühlstrategie muss jedoch an Material, Werkzeug und Prozess angepasst werden.

Werkstückspannung

Mit automatischem Vorschub wird eine sichere Spannung noch wichtiger. Ein Werkstück darf nicht mit der Hand gehalten werden. Es muss in einem Schraubstock, einer Vorrichtung oder direkt auf dem Tisch sicher fixiert sein.

Während des automatischen Arbeitshubs darf die Werkstückposition nicht von Hand korrigiert werden.

Wann lohnt sich der Aufpreis?

Der Aufpreis lohnt sich vor allem, wenn die Maschine täglich viele ähnliche Zyklen ausführt. Je häufiger die Funktion genutzt wird, desto stärker wirken sich Ergonomie und reproduzierbare Zustellung aus.

Es ist sinnvoll zu berechnen, wie viel Zeit der Bediener pro Schicht für die manuelle Zustellung aufwendet.

In die Rechnung gehören jedoch auch Spannen, Positionieren, Werkzeugwechsel, Spanentfernung, Messen und Qualitätskontrolle. Automatischer Vorschub beschleunigt keine Prozessschritte, die weiterhin manuell erfolgen.

Am wirtschaftlichsten ist die Funktion daher in standardisierten, wiederkehrenden Abläufen.

Fazit

Eine Bohrmaschine mit automatischem Vorschub ist vor allem für intensive und serielle Bohrarbeiten interessant. Sie erleichtert einen gleichmäßigen Vorschub, reduziert manuelle Spindelbewegungen und verbessert die Ergonomie.

Bei Einzelbohrungen, Reparaturen und stark wechselnden Arbeiten reicht Handvorschub häufig aus.

Vor dem Kauf sollten zusätzlich Bohrdurchmesser, Spindelhub und -kegel, Drehzahlbereich, Leistung, Kühlung, Maschinensteifigkeit und Werkstückspannung verglichen werden. Erst die Gesamtbetrachtung zeigt, ob sich die zusätzliche Investition tatsächlich auszahlt.

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Autor: CORMAK JERZY ZALEWSKI
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